Editorials

Wozu das Ganze?

Heiko Roehl Berlin, im Dezember 2016: Ein Dinner unter Top Managern, das Dessert wird serviert. Gehobene Stimmung. Nur mein Sitznachbar will sich nicht so recht amüsieren. Wir kommen ins Gespräch. Er erzählt mir, dass er früher bei jeder Gelegenheit mit großem Stolz von seiner Aufgabe bei Volkswagen erzählte. Das sei jetzt anders. Seinen Arbeitgeber nennt er nur noch, wenn es unbedingt sein muss. Die Reaktionen fielen dann immer gleich aus: Entweder mitleidig oder empört. Der Abgasskandal wäre

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Wider das Aussitzen: Viva la Reuniòn!

Martin J. Eppler Sitzungszeit ist Lebenszeit. Viele von uns verbringen fast die Hälfte der Arbeitswoche in Besprechungen. Lassen Sie uns diese Zeit produktiv gestalten, denn Sitzungen sind der Ausgangspunkt für Veränderung und Innovation. Sie bringen Expertise und Entscheidung zusammen. Nutzen wir die Chance, die entsteht, wenn wir zielgerichtet und engagiert zusammen denken. Doch Besprechungen produktiv zu gestalten, erfordert Wissen, Achtsamkeit und Disziplin. Wir benötigen grundlegendes Wissen

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Ene mene Muh

Thomas Schumacher Die Medienbranche steht am Scheideweg. Über Jahrzehnte üppige Geschäftsmodelle erodieren, und neue digitale Geschäftsbereiche können die Verluste nicht ersetzen. Der Grund ist unser aller Mediennutzung: Wir verwenden Wikipedia statt Brockhaus, schlagen Englischvokabeln online statt im Wörterbuch nach und verteilen einen wachsenden Teil unserer verfügbaren Aufmerksamkeit auf Unterhaltungsangebote aus dem Game- und Lifestyle-Bereich. Digitale Leser kommen heute fast nur noch indirekt

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Lebensraum Organisation

Wir erleben es jeden Morgen aufs Neue: Der Gang ins Büro stimmt uns auf den Tag ein. Freundliches Grüßen, Kaffeegeruch, erste Themen landen auf dem Schreibtisch. Arbeitsplätze sind in vielerlei Hinsicht ein Stück Heimat. Die räumliche Umgebung kann uns inspirieren, Schutz und Sicherheit geben. Menschen bewegen sich in Räumen, beleben diese und gestalten sie. Der Raum definiert den Mensch ­ und umgekehrt. Räume prägen das Erleben und Verhalten von Menschen in der Organisation. Und doch spielt die

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Editorial: Vom Kopf des Fisches

Ein Team an der Unternehmensspitze, das sich uneinge schränkt dem Erfolg der gesamten Organisation verschreibt, entsteht nicht von selbst. Strategien produktiver Zusammenarbeit müssen vom CEO selbst aktiv gefördert und vorgelebt werden. Dass daraus außergewöhnliche Ergebnisse erwachsen können, zeigt das Beispiel von Lars Rebien Sorensen, CEO des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk. Er wurde nach dem Harvard Business Manager Ranking 2015 als bester CEO der Welt ausgezeichnet. Nordisk selbst mag diesen

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Editorial: Augen auf und durch!

Wie lange wird es eigentlich noch so weiter gehen? Grexit oder Agreekment, China hoch oder runter, Russland mit oder gegen Europa, alles virtuell oder doch wieder mehr physisch, Gründerboom oder Konkurswelle? Die Liste aktueller Unsicherhei ten ließe sich beliebig verlängern und reicht von Finanzturbu lenzen, der Immigrantenfrage, Naturkatastrophen oder Rekord temperaturen, über rasante technologische Umwälzungen, bis hin zu ständigen Reorganisationen und dem beschleunigtem Wertewandel. Willkommen

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Editorial: Das Jüngste Gericht

Das Jüngste Gericht Die Zeichen sind unübersehbar. Uber sammelt Milliarden ein, um der weltweiten Klagewelle standzuhalten, mit der die Taxibranche geschützt werden soll. Airbnb hat die Grenze von einer Million Zimmern durchstoßen. Google und Ebay haben Banklizenzen. Die Polizei beginnt, in Predictive Policing-Projekten Verbrechen auf der Grundlage von Big Data vorherzusagen. Eine ganze Generation zieht YouTube inzwischen dem Fernsehen vor. Die wichtigsten deutschen YouTuber haben über drei Millionen

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Editorial: ... wenn widersprüchliche Logiken aufeinandertreffen

Kennen Sie den? Eine Frau kommt zu Mullah Nasrudin (gewissermaßen der orientalische Till Eulenspiegel) und schildert ihm ihr Leid mit ihrem Ehemann. Nasrudin hört sich die Schilderung an und entscheidet: «Du hast recht!». Wenig später kommt ihr Mann, schildert ihm seinen Kummer, woraufhin er wiederum entscheidet: «Du hast recht». Nasrudins Frau, die beide Gespräche mitgehört hat, fragt ihn daraufhin verständnislos: «Mullah, es kann doch nicht sein, dass beide recht haben!». Woraufhin er ihr entgegnet:

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