Handelsblatt News

Wie lange darf's denn sein?

Ende Januar 2016 war es mit der jahrzehntelangen Vorherrschaft vorbei, da wurden die zweijährigen Managementstudiengänge mit Abschluss Master of Business Administration (MBA) vom Thron gestoßen. Was war passiert? Zum ersten Mal in der Geschichte der wichtigsten Rangliste für Vollzeit-MBA-Programme weltweit stand ein Studiengang auf Rang eins, der weniger als zwei Jahre dauert. Die französische Business-School Insead hatte mit ihrem zehnmonatigen MBA den Siegerplatz im Ranking der "Financial Times" erobert und die Konkurrenten aus den USA hinter sich gelassen. Im Mutterland des MBA dominieren noch immer die knapp zweijährigen Programme. Es geht um viel Geld Für Bewerber ist es eine der ersten Fragen, die es zu klären gilt: "Will ich ein oder zwei Jahre studieren?" War diese Entscheidung gefallen, war im Prinzip lange auch klar, wohin es jemanden zieht: Ein Jahr bedeutete Europa, zwei Jahre standen für die USA. Doch die Entscheidung ist mittlerweile komplexer geworden. Heute gibt es viele

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CDU zerrt am Deckel für Gehälter

Die CDU diskutiert intensiv, in welcher Form die Höhe von Managergehältern begrenzt werden soll. Während der Wirtschaftsflügel Pläne der SPD ablehnt, die steuerliche Absetzbarkeit von Gehältern auf 500 000 Euro zu limitieren, begrüßt die Arbeitnehmerschaft (CDA) dies. "Konzerne sollen in Zukunft ihre Managergehälter nicht mehr unbegrenzt steuerlich absetzen können", forderte CDA-Chef Karl-Josef Laumann. "Maßlosigkeit muss nicht auch noch von der Allgemeinheit subventioniert werden", sagte er dem Handelsblatt. "Das wäre auch keine verdeckte Steuererhöhung, sondern schlicht Subventionsabbau." Laumann reagierte damit auf die Aussage von Fraktionsvize Michael Fuchs: "Wer die steuerliche Absetzbarkeit begrenzt, der erhöht die Steuern", hatte er im Handelsblatt gesagt. Laumann, selbst IG-Metall-Mitglied, warf den Gewerkschaften und der SPD schwere Versäumnisse vor. "Die Mondgehälter und Luxusabsicherungen für gescheiterte Manager bei VW sind für mich ganz klar ein Versagen der IG Metall und

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Hotspots für den MBA

Mit Rankings ist das ja immer so eine Sache - das wissen nicht zuletzt diejenigen, die sich für Managementprogramme mit Abschluss Master of Business Administration (MBA) beworben haben. Jede Rangliste hat ihre eigene Methodik und andere Ergebnisse. Der MBA-Messeanbieter QS hat nun nicht Hochschulen, sondern Studentenstädte weltweit verglichen. Die Frage: Wo lässt es sich am besten studieren? 125 Städte standen zur Wahl. Berücksichtigt wurden die Platzierung der Hochschulen vor Ort im QS-Hochschul-Ranking, die Zahl internationaler Studenten, Sicherheit und Umweltverschmutzung, der Arbeitsmarkt, die Lebenshaltungskosten und einiges mehr. Als beste Studentenstadt auf der Basis dieser Kriterien wurde das kanadische Montreal ermittelt. Die große Überraschung: Berlin und München sind unter den Top Ten. Dass Berlin auch für Business-Schools mit ihren Master- und MBA-Programmen immer attraktiver wird, beweisen zwei Neuzugänge. Zum einen hat die Hannoveraner Gisma Business School, die vor einiger

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Richtig aussteigen

Ein Abend Mitte Dezember. Gerade ist der gecharterte Jet gelandet, der Nico Rosberg von Nizza nach Hamburg gebracht hat. Vor dem Privatflieger-Terminal wartet ein schwarzer Geländewagen, um Rosberg zu einem abendlichen Fernsehauftritt zu bringen. Es sind seltsame Wochen für den Formel-1-Weltmeister. Er steht auf Bühnen und vor Kameras und würde normalerweise nach den Geheimnissen seines Rennsporterfolgs gefragt werden und nach seinen Plänen für die kommende Saison. Doch stattdessen lautet die eine Frage, die Rosberg in immer neuen Variationen beantworten muss: Warum haben Sie das getan? Fünf Tage nach seinem ersten Weltmeistertitel hat Rosberg Anfang Dezember den Rücktritt aus der Formel 1 erklärt. Er suche jetzt neue Herausforderungen und wolle mehr Zeit für die Familie haben, lautet seine knappe Antwort. Während ein Chauffeur den Geländewagen durch dunkle Hamburger Vorortstraßen steuert, verrät Rosberg etwas mehr über seine Beweggründe: Nicht zuletzt dank Meditation und philosophischer

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Große Brötchen

Der Duft von frischem Gebäck strömt durch die Zentrale von DEH in Gevelsberg bei Wuppertal. "Sie müssen unbedingt unsere Herzberliner probieren", schwärmt Doris Entrup. Die laufen - natürlich - besonders gut zu Karneval. Seit 30 Jahren versorgt die Selfmade-Unternehmerin die Republik mit tiefgekühlten Backwaren, von Brötchen über Croissants bis zu Brezeln. Die werden in Supermärkten, Discountern oder Backshops frisch gebacken. Geplant war ihre Karriere nicht. Manchmal macht ein Schicksalsschlag Menschen zu Unternehmern. Bei Doris Entrup war es der Tod ihres Mannes 1987. Ihr Sohn Alexander war gerade erst sechs Jahre alt. "Von 798 D-Mark Witwenrente konnten wir nicht leben. Und das Haus musste ja auch noch abbezahlt werden." Eine Festanstellung kam für die damals 40-jährige Mutter nicht infrage. Zu unflexibel. Sieben Jahre hatte sie vorher als Vertriebsleiterin beim US-Konzern Borden gearbeitet. Der produzierte die Hamburgerbrötchen für McDonald's. Mit Backwaren kannte sich Doris Entrup

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Die sieben Verheißungen

LÄNGER ARBEITSLOSENGELD ZAHLEN Weg mit der Angst vor dem Absturz Status quo. Schulz will vor allem ältere Beschäftigte, die ihren Job verlieren, vor dem raschen Absturz in Hartz IV bewahren und die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes verlängern. Damit greift er eines der Kernelemente der Hartz-Reformen an. Gab es bei Jobverlust früher bis zu 32 Monate lang Arbeitslosengeld, das sich am vorherigen Verdienst orientierte, ist für unter 50-Jährige jetzt - abhängig von den geleisteten Beitragszahlungen - spätestens nach zwölf Monaten Schluss. Über 50-Jährige können 15 Monate lang Arbeitslosengeld beziehen, mit steigendem Alter erhöht sich auch die Anspruchsdauer bis auf maximal 24 Monate. Gezahlt werden 60 Prozent des durchschnittlichen Bruttogehalts in den zwölf Monaten vor dem Jobverlust, von dem aber eine Sozialversicherungspauschale, Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag abgezogen werden. Bei Arbeitslosen mit Kindern werden 67 Prozent gezahlt. Ein kinderloser, nicht verheirateter,

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Der Freischwimmer

Futuristisch, kreisrund, die Glasfassade glänzt magisch in der kalifornischen Sonne. Das neue Hauptquartier, das Apple-Mitarbeiter ab April beziehen, ist ein Denkmal für Steve Jobs. Der Gründer persönlich entwarf das 260 000 Quadratmeter riesige Ufo kurz vor seinem Tod. Doch so präsent sein Name in dem Gebäude nach wie vor ist, so deutlich zeigt sich inzwischen, dass unter dem Dach heute ein anderer herrscht: Tim Cook. Der neue Chef steuert das Raumschiff Apple in scheinbar unendliche Weiten. Unter ihm erreicht die Apfel-Ära einen neuen Höhepunkt. Der 56-Jährige, Sohn eines einfachen Werftarbeiters aus Alabama, beweist, dass er mehr kann als die Nachlassverwaltung von Visionär Jobs. Als umsichtiger Manager mehrt er klug den Ruhm seines Unternehmens und beflügelt die Erwartungen der Aktionäre. Apples Aktienkurs notiert inzwischen über dem bisherigen Allzeithoch von 135 Dollar. Dabei stieg der Kurs bereits seit Sommer um über 40 Prozent. Der Grund für den Erfolg lässt sich auf eine einfache

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Heikle Themen auf der Agenda

Auch ohne die Diskussion um die Zukunft von VW-Markenchef Herbert Diess wartet auf die Aufsichtsräte von Volkswagen eine volle Agenda. Wenn sich das 20-köpfige Gremium an diesem Freitag um 14 Uhr versammelt, stehen zwei Punkte ganz oben: die Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr und ein neues Vergütungssystem für die Vorstände. Die Zahlen sehen sehr gut aus, auch wenn die Aufarbeitung des Dieselskandals Milliarden verschlingt, heißt es in Konzernkreisen. Vor allem in China laufen die Geschäfte gut. Volkswagen wurde im Krisenjahr 2016 zur eigenen Überraschung größter Autohersteller der Welt. Anders als in der Vergangenheit sollen die Volkswagen-Vorstände davon aber nicht übermäßig profitieren. Die VW-Kontrolleure wollen bei der Neuordnung der Vorstandsgehälter einen deutlichen Schritt nach vorn machen. Das ist auch dringend nötig, die Kritik an den Millionenboni in Wolfsburg hat auch politisch hohe Wellen geschlagen. Nicht zuletzt Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) drängte auf eine

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