Inhaltsübersicht Ausgabe 02/2000

Peter Pächnatz
Lernen im Gespräch durch den Dialog
Wer Meetings kennt, kennt auch ihre Schwächen: Viel Diskussionsgedöns, unterschwellige Machtkämpfe und eine schweigende Mehrheit als Publikum. Organisationen, die lernen wollen, bedürfen auch einer anderen Gesprächskultur. Peter Pächnatz beschreibt den Versuch, mit Hilfe des Dialogs mentale Modelle in einem Unternehmen offenzulegen, verschweigt aber auch nicht die Schwierigkeiten, die dieser Kulturwandel birgt.

Stephan Roth
Emotionen im Visier: Neue Wege des Change Managements
Spielt die Lufthansa in der Champions Leaque mit Wohl nur dann, wenn sie Nachwuchskräfte hat, die über den Tellerrand schauen und neue Ideen in die Realität Veränderungsprozesse, die gegen die Wand gefahren werden und verbrannte Erde bei der Belegschaft hinterlassen – ein leider allzu vertrautes Bild. Und schnell ist dann von «Widerstand» die Rede. Stephan Roth zeigt, dass Veränderungsprozesse chrakteristische Emotionsmuster hervorrufen und Change Management auch darin gefordert ist, diese emotionale Energie aufzunehmen und zu verarbeiten.

Dominik Petersen
Wandel durch Vernetzung
Noch immer wird Veränderungshandeln viel zu sehr konventionell-technokratisch gedacht, statt die Eigenlogik des sozialen Systems «Unternehmen» zu sehen. Dominik Petersen arbeitet das Wechselwirkungsgefüge heraus, das sich in Organisationen selbständig herausbildet, sobald es darum geht, ein Netzwerk anzulegen. Beratung hat dann die Funktion, die Fähigkeit eines Unternehmens zur systematischen Selbstveränderung zu steigern.

Antje Goy
Katholische Kirchengemeinden – Gemeinsam stark?
Und sie bewegt sich doch ? Organisationsentwicklung in der katholischen Kirche ist ein schwieriges Unterfangen und stets mit der Frage konfrontiert, ob Veränderungen in diesem System auch wirklich gewünscht sind. Antje Goy schildert ihre Erfahrungen aus einem Projekt mit Kirchengemeinden – eine Reise durch Halbherzigkeiten, verpassten Chancen und unausgesprochenen Tabus.

Ruth Seliger
(Was) Macht Magie in der Beratung
Macht und Magie in der Beratung – oft wird davon gesprochen, doch was hat es damit auf sich? Ruth Seliger macht sich an eine systemische Entzauberung und entschlüsselt Macht und Magie als Wirklichkeits-Konstruktionen von Beobachtern. Dabei erweist sich manch Machbarkeits-Illusion als Selbsttäuschung über die eigenen Einflussmöglichkeiten, die zu einem unreflektierten Umgang mit Phänomenen wie Räsonanzen oder Gegenübertragung verleitet.

Forum

Sylvia Schroll-Machl, Vladimir A. Lyskov-Strewe
Erfahrungen mit Interkulturellen Trainings zu (Ost)Mittel- und Osteuropa
Interkulturelle Kompetenz gehört zu den «soften» Faktoren im betriebswirtschaftlichen Alltag. Von daher stossen interkulturelle Trainings generell, und Trainings zu Osteuropa speziell bei Managern im operativen Geschäft immer noch auf mitunter grosse Skepsis bezüglich ihres Nutzens. Doch ist die Mischung aus «russischer Seele, viel Wodka und altem sozialistischen Trott», die unsere Wahrnehmung von Russland prägt, wirklich eine ausreichende Voraussetzung, um dort ins Geschäft zu kommen? Kulturen sind enorm komplex, aber gerade deshalb ist es hilfreich, einen ersten Orientierungsrahmen zu haben: Wissen über grundlegende Kulturstandards erleichtert fremdkulturelle Begegnungen.

Silke Michalk, Peter Nieder
Das Saratow Projekt – Zusammenarbeit bei Russland-Projekten
Mit diesem Beitrag möchten wir unsere Erfahrung in einem Projekt mit der Polytechnischen Universität Saratow vorstellen. Durch eine Kooperation mit der Polytechnischen Universität Saratow und finanzielle Unterstützung durch die Volkswagen Stiftung konnte dieses Projekt mit einer Laufzeit von zunächst drei Jahren realisiert werden. Nach dem ersten Jahr können wir ein kurzes Resümee unserer bisherigen Arbeit ziehen. Hierfür stellen wir zunächst das Projekt und seine Ziele vor, sowie unsere vorgehensweise und Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Universität, den Dozenten und Studenten.

Nadja Schröer-Petranovskaja
Planung des Unplanbaren – Organisationsentwicklung in Moskau
Kann man in Russland eine gezielte Entwicklung vorantreiben, ohne im Chaos zu versinken? Wie passen die deutsche Ordnungsliebe mit der russischen Planungslosigkeit zueinander? Für viele russische Organisationen kann Organisationsentwicklung als Chance gesehen werden, sich nicht nur den gegebenen Veränderungen anzupassen,
sondern selbst gezielte Umgestaltungen durchzuführen. Eine Anpassung der Change Management-Grundsätze an die russische Kultur kann fortlaufend während des Projektes stattfinden.

Jens Grauhering
Fremde Problemlöser als «Reisebekanntschaft » kennen- und schätzenlernen

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