Inhaltsübersicht Ausgabe 04/2000

Mauritius Lohmer
Nicht schon wieder TQM!? – oder geht abseits der alten Fahrwasser doch etwas?
Wie kann eine Organisation für das Thema Qualität begeistert werden, wenn die MitarbeiterInnen schon alle möglichen TQM-Programme durchlitten haben? Und läßt sich der trockene Formalismus vermeiden? Mauritius Lohmer beschreibt einen Weg, bei dem die Mitarbeitenden in den konzeptionellen Ansatz eingebunden werden. Denn die wissen am besten, wie die Abwehrroutinen des eigenen Unternehmens zu umschiffen sind.

Kaspar Sertl
Vom Superarzt zum Supermanager
Rollen und Funktionen eines Abteilungsvorstandes im Krankenhaus

Dass sie «Halbgötter in Weiss» sind, glauben allenfalls noch die Konsumenten der beliebten TV-Serien. Doch was ist die Rolle der Chefärzte? Sind Sie Fachexperte, Manager, Lehrer? Kaspar Sertl versucht, Führungsaufgaben eines Vorstandes einer Krankenhausabteilung aus systemischer Sicht darzulegen und beschreibt ein Leitbild des modernen Chefarztes als Coach und Berater.

Daniela Rastetter, Oswald Neuberger
Hilfe zur Einsicht oder nur Mittel zur Disziplinierung?
Das 360°-Feedback – und was dahintersteckt.

Wer lässt sich schon gerne von allen Seiten beschauen? Ist das 360°-Feedback, dessen Vorzüge so euphorisch diskutiert werden, wirklich ein nützliches Instrument oder nur eine neuartige Kontrolltechnik ? Daniela Rastetter und Oswald Neuberger lassen sich von den vielen Versprechungen nicht blenden und analysieren die verdeckten Funktionen des Verfahrens, die offiziell nicht benannt werden.

Raymond Saner
Organisationsberater in Zeiten der Postmoderne
– was sie vom Off-Off-Broadway-Theater lernen können

Wer Kunst «konsumieren» möchte, sollte das postmoderne Theater meiden. Denn wer Vertrautes sucht, wird dort nur Irritation und Verunsicherung finden. Da liegt es nahe, nach Parallelen zur postmodernen Beratung zu suchen. Raymond Saner wagt den Vergleich und untersucht, welche Spuren die Postmoderne in beiden Formen sozialer Aktivität hinterläßt. Da tut sich manche Ähnlichkeit auf, ohne dass Beratung gleich zum «Schocker» werden muss.

J.Schweizer, G.Weber, I.Nicolai, N. Hirschenberger, W. Verres
Systemische Organisationsentwicklung in psychiatrischen Diensten und Krankenhäusern
Interventionsinstrumente zur Prozessgestaltung

Wie lassen sich systemische Ansätze im Alltagsbetrieb psychiatrischer Organisationen umsetzen? Und woran lassen sich diese erkennen und von anderen Praktiken unterscheiden? Die Autorengruppe des Heidelberger Projekts «Organisationsentwicklung in Psychiatrischen Einrichtungen» stellen ihre forschungs- und interventionsmethodischen Erfahrungen mit der Reflexionsliste vor, einem Interview- und Beobachtungsleitfaden, der als Selbst- und Fremdreflexionsinstrument für Einrichtungen dienen kann.

Heiko Röhl, Kai Romhardt
Wissensmanagement – Ein Dialog über Totes und Lebendiges
Lässt sich über Wissensmanagement überhaupt noch etwas sagen, nachdem die Literatur über das Thema fast schon zur unendlichen Geschichte geworden ist. Vielleicht sollte man einmal darüber nachdenken, was da so alles dazu gesagt und getan wird. Heiko Roehl und Kai Romhardt reflektieren in ihrem Emaildialog fünf Jahre gemeinsame Erfahrung im Forschungs- und Praxisfeld des Wissensmanagement und gehen zentralen Fragen wie der Rolle der Technologien, der Wertediskussion und der Machbarkeit von Wissensmanagement nach.

Forum

Interkulturelle Zusammenarbeit in einer globalen Ökonomie
Wir setzen die Diskussion mit weiteren Beiträgen fort:

Ute Clement, Bettina Nemeczek
Mythos Kultur – Erfahrungen in einer transnationalen Projektberatung
Wenn sich Deutsche und Spanier streiten, muss es nicht immer an den interkulturellen Unterschieden liegen. Transnationale Projekte bieten eine ganze Palette an möglichen Konfliktlinien. Braucht es hier Kulturexperten? Oder erfahrene Mediatoren? Können wir als systemische Berater nur noch mit einem ausländischen Counterpart erfolgreich sein?

 

Hinnerk Donath, Björn Sven Ivens
Interkulturelle Geschäftsbeziehungen: komplexe Herausforderungen im Auslandsvertrieb
Relationship Marketing ist in aller Munde. Doch bereits im nationalen Markt machen unterschiedliche Beziehungsstile der Kunden das Beziehungsmarketing zu einer diffizilen Managementaufgabe. Im internationalen Kontext erweisen sich die kulturellen Spezifika der Abnehmer als bedeutende Komplexitätstreiber. Doch wie lassen sich ausländische Kunden anhand weniger zentraler Dimensionen darstellen? Eine empirische Studie gibt erste Antworten auf diese Frage.

Priya Abraham, Martin Abraham
Multikulturelle Teams arbeitsfähig machen
Der Beitrag betrachtet die Praxis multikultureller Teams ausgehend von Erfahrungen von ProjektleiterInnen, Anforderungen an die Führungsfunktion in multikulturellen Teams bzw. Bereitschaft und Widerstände der Teammitglieder. Anhand gruppentheoretischer Modelle geben wir einen Umriss über Phasen und Zyklen multikultureller Teams und beleuchten Unterschiede in ihrer Entwicklung im Vergleich zu kulturell homogenen Teams. Wir bieten eine kleine Auswahl an Tools, die beitragen, auf die besonderen Anforderungen und Bedürfnisse des Teams und seiner Mitglieder einzugehen und einzuwirken und damit die Arbeitsfähigkeit zu erreichen und zu erhöhen.

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