Einblick Ausgabe 1/2020

„Große Notfälle und Krisen zeigen uns, um wie viel größer unsere vitalen Ressourcen sind als wir selbst annahmen.“

William James

Krisenmanagement als Jonglieren

Was sind die wichtigsten Aufgaben einer Krisenmanagerin oder eines Krisenmanagers bzw. einer Führungsperson in einer Krisensituation, z. B. wenn die Firma Opfer einer Cyberattacke wird oder ein Produktproblem eskaliert? Natürlich vor allem das Eindämmen der aktuellen Krise und dies unter Sicherung der Handlungsfähigkeit der Organisation (z. B. der Fortsetzung der Verkaufsaktivitäten). Dafür ist es erforderlich, die Dynamik der Krisensituation genau zu verfolgen und die wichtigsten Anspruchsgruppen zu informieren und einzubeziehen.

Intern ist es zudem essenziell, klar und rasch zu informieren und die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Krisenbewältigung (bzw. zum Durchhalten) zu stärken.

Neben diesen primären Aktivitäten, die es gleichzeitig zu bewältigen gilt, gibt es weitere Krisenaktivitäten, die nicht vergessen gehen sollten. Bälle, die man nach der ersten Krisenwelle zügig aufnehmen sollte, sind etwa: Aufmerksamkeit für die eigene Resilienz und Widerstandsfähigkeit (z. B. bekomme ich genug Schlaf?), Dokumentation der Ereignisse für die spätere Erfahrungssicherung sowie Investitionen in den mittelfristigen Vertrauens(wieder)aufbau und die Krisenprävention.

Natürlich beginnt das beste Krisenmanagement lange Zeit vor der Krise, etwa durch die Etablierung eines Krisenmanagement-Konzeptes inklusive Krisenorganisation (Krisenstab und Rollen), Prozesse und entsprechenden Checklisten und Vorlagen.

Martin J. Eppler


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