Einblick Ausgabe 1/2010

„Einfachheit ist die höchste Stufe der Gewandtheit.“

Leonardo da Vinci

Eine Palette von Skizziervorlagen für die Wandelarbeit

Skizzieren ist ein einfaches und meist klares sowie schnelles Denk- bzw. Kommunikationswerkzeug zur Unterstützung der Wandelarbeit – ob in der Problemanalyse, der Lösungserarbeitung, oder der interaktiven Kommunikation mit verschiedenen Anspruchsgruppen. Die oben aufgeführte Palette zeigt zwölf typische Skizzenformen, die Sie leicht für sich selbst, zu zweit oder in Kleingruppen im Wandelalltag nutzen können, um Diskussionen zu strukturieren, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, Abhängigkeiten zu analysieren oder Abläufe zu planen.
Unsere Palette an Skizzierformen unterscheidet dabei Skizzen, die Strukturen oder Beziehungen sichtbar machen und solche, die Prozesse oder Abläufe betreffen. Um Strukturen (z.B. Beziehungen) sichtbar zu machen, eignen sich einfache Formen wie Venn Diagramme (überlappende Kreise), Matrizen, Pyramiden, Baumstrukturen oder Mind Maps bzw. Clusterdarstellungen. Um Prozesse zu entwerfen oder Abläufe und Wechselwirkungen zu verstehen, eignen sich Systemdiagramme (Ursache-Wirkungs-Kreisläufe), Prozess-Skizzen, Spiralen (bei sich wiederholenden Aktivitäten), Agendalinien (auch Tracker genannt) oder Trichterskizzen (z.B. für Selektionsprozesse). Skizzen mit zwei Achsen eignen sich sowohl, um Abläufe (z.B. Motivationsverläufe nach einer Fusion) oder Abhängigkeiten (z.B. der Einfluss von Kommunikation auf Motivation) visuell zu besprechen.
Skizzen eignen sich für papierbasierte Zweierdiskussionen, Flipchart-basierte Gruppengespräche oder neu auch für interaktive Whiteboards und Touchscreenmonitore. Wichtig ist bei allen Verwendungsformen, dass alle Beteiligten die Möglichkeit zu Ergänzungen haben.
In den letzten Jahren hat die theoretische und praktische Literatur zum Thema Skizzieren in der Organisations- und Wandelarbeit stetig zugenommen – ein Zeichen für die steigende Relevanz dieser Arbeitsform. Ein Hauptvorteil von Skizzen ist ihre Vorläufigkeit und damit Eignung zur gemeinsamen Bearbeitung. Weitere Vorteile des Skizzierens sind der informelle Charakter und die Direktheit, was ebenfalls zum Mitmachen und Ergänzen anregt. Skizzen sind visualisierte Dialoge – mit sich selbst oder anderen – und halten so Sichtweisen, Zwischenergebnisse oder Pläne in einer flexiblen und persönlichen Weise fest.

nudge interaktiv

ProzesseProzessskizzen helfen dabei, Abläufe, Verfahren, Vorgehensweisen oder vergangene Ereignisse darzustellen oder gemeinsam zu (re-) konstruieren.

http://www.thebackofthenapkin.com/

System-DiagrammMit System- oder Netzwerkskizzen lassen sich Umfeldentwicklungen gemeinsam besser verstehen und abbilden.

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TrackerDie Trackerskizze kann auf einem Flipchart als visuelle Sitzungsagenda aufgezeichnet und nachgeführt werden.

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ProzessDiese einfache, horizontale Prozessskizze lässt sich vertikal beliebig erweitern, z.B. durch involvierte Personen, Werkzeuge, Orte etc.

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SpiraleSpiralskizzen zeigen zyklische Entwicklungsschritte auf. Diese Skizzenform signalisiert Dynamik.

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TrichterTrichterskizzen eignen sich zur gemeinsamen Klärung von stufenweisen Auswahl- oder Input/Output Prozessen.

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AchsenKoordinaten- oder Achsenskizzen helfen dabei Abhängigkeiten aufzuzeichnen und zu diskutieren oder Verläufe zu besprechen. Sie eignen sich ebenfalls für einfache quantitative Vergleiche (z.B. mittels Balkengrafiken)

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Venn DiagrammVenn-Skizzen mit zwei oder drei Kreisen helfen dabei, Gruppenzuordnungen oder Kriterien gemeinsam zu besprechen.

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PyramidePyramidenskizzen gliedern aufeinander aufbauende und von unten nach oben abnehmende Elemente, wie z.B. Probleme, Aufgaben oder Kunden.

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MatrixVier Felder Skizzen oder Matrix-Skizzen eignen sich gut für einfache Einteilungen oder gemeinsame Priorisierungen, z.B. für Probleme, Ziele, Aktionsbereiche, Kunden, Geschäftseinheiten etc.

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BaumHierarchische Baumskizzen helfen dabei, gemeinsam Unterscheidungen oder Klassifikationen zu entwickeln, um so ein Gebiet besser verstehen zu können.

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ClusterClusterskizzen eignen sich für das gemeinsame graphische Sammeln von Kernpunkten zu einem Thema, wie z.B. Problemaspekte oder Unterziele. Die Nähe zum Hauptpunkt in der Mitte gibt dabei jeweils die Relevanz des Unterpunktes an.

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Mind MapObwohl Tony Buzans Mind Map Methode eigentlich besser für Einzelpersonen als für Gruppen geeignet ist, lassen sich einfache Mind Maps auch gemeinsam am Flip Chart entwickeln. Zum Beispiel für einfaches Gruppenbrainstorming oder für eine gemeinsame Stakeholderanalyse.

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StrukturenStrukturskizzen helfen Hierarchien und Abhängigkeiten aufzuzeigen, sowie Vergleiche und Kategorisierungen zu unterstützen.

http://www.thebackofthenapkin.com/

Knowledge CommunicationHier finden Sie ähnliche Übersichtsskizzen von uns.

http://www.knowledge-communication.org/gallery.html

Literatur

Duarte, N. (2009):Slide:ology.
Krogerus, M.und Tschäppeler, T. (2009):50 Erfolgsmodelle.
Roam, D. (2009):Auf der Serviette erklärt.

Animation zum Einblickbild “Eine Palette von Skizziervorlagen” auf YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=lSmJWQe1yN8

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