Einblick Ausgabe 1/2019

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“
Erich Kästner

Die Phasen der persönlichen Verhaltensänderung

Wie verlaufen individuelle Verhaltensänderungen? Wie gewöhnt man sich z. B. das Rauchen ab oder das Sporttreiben an? Wie wird man nachhaltiger oder zu einer entwicklungsorientierten Führungskraft? Welche Faktoren beeinflussen diese Veränderungsprozesse des eigenen Verhaltens und in welchen Schritten verlaufen sie?

Eine mögliche Antwort auf diese Fragen liefert das transtheoretische Modell von Prochaska und di Clemente aus dem Jahr 1982. Im englischen Original werden dabei fünf Phasen der Verhaltensänderung unterschieden und als precontemplation, contemplation, preparation, action und maintenance bezeichnet. Dieses wohl bekannteste Stufenmodell der Verhaltensänderung haben wir als Metapher des Aufwärtsschwimmens abgebildet. Es signalisiert die ständige Gefahr, bei diesem Prozess wieder auf die vorgängige Stufe zurückzufallen – z. B., weil man in Versuchungssituationen gerät, das neue Verhalten vergisst oder das ursprüngliche Problem verharmlost oder verleugnet.

Ob es einer Person gelingt, sich zu überwinden und die «heimischen» Gewässer zu verlassen, wird dabei durch die wahrgenommenen Vorteile der Verhaltensänderung beeinflusst, aber auch durch die Nachteile, welche die Verhaltensänderung (subjektiv) für die Person mit sich bringt. Ein wichtiger Faktor ist auch, wie sich die Person dabei selbst einschätzt, sprich, ob sie sich in der Lage sieht, die Verhaltensänderung bis zum Schluss durchzuziehen und nicht in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Ebenso wichtig ist das soziale Umfeld (bis hin zum regulatorischen Umfeld). Hat eine Person zahlreiche hilfreiche Beziehungen, so gelingt die Verhaltensänderung leichter. Daneben gibt es einige bewährte Denk- und Verhaltenshilfen für den Wandel: so etwa Problemsensibilisierung, Selbstneubewertung, Selbstverpflichtung oder bewusste Umfeldkontrolle.

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