Einblick Ausgabe 2/2014

„Es gibt kein größeres und wirksameres Mittel zu wechselseitiger Bildung als das Zusammenarbeiten.“

Johann Wolfgang von Goethe

Entwicklungsphasen von Teams

Dieses einfache Lebenszyklusmodell von Teams wurde 1965 von Bruce Tuckman auf Basis einer Literaturanalyse entwickelt. Er fand dabei fünf generische Entwicklungsphasen von Arbeitsgruppen und nannte diese: „forming“, „storming“, „norming“, „performing“, und „adjourning“.
Unsere Visualisierung des Modells als Achterbahnmetapher zeigt dabei, dass es in diesen Phasen ein Auf und Ab an Leistungsfähigkeit gibt; denn Teams sind keine fixen Gefäße, sondern verändern sich in ihren Arbeitsprozessen, Strukturen und in ihrer Kultur. In ihrer Fahrt durchqueren Teams eine Phase der ersten, groben Orientierung (wer sind wir?), der Konfrontation (wer muss was tun?), der Organisation bzw. Regelsetzung (worauf einigen wir uns?), der Hochleistung (bleiben wir dran!) und der Auflösung (was war? was nun?).
Jede Phase verlangt dabei einen angepassten Führungsstil: In der ersten „Formierungs-„ Phase muss die Teamleitung eine Richtung und Grundstrukturen vorgeben. In der zweiten Phase muss er oder sie erste Konflikte deeskalieren und produktiv nutzen. Die Teamleitung sollte in dieser Phase als Coach agieren und die Gruppenmitglieder so weit wie möglich (auch zwischenmenschlich) unterstützen. Aus dieser Phase kommt die Erkenntnis, dass das Team gewisse Dinge (wie z. B. verbindliche Kommunikationsregeln) regeln sollte. Die Teamleitung sollte nun einen gemeinsamen Regelsetzungsprozess moderieren. In der nächsten Phase kann sich die Teamführung dann zurücknehmen und vieles delegieren. In der letzten Phase geht es darum, die wichtigsten Erkenntnisse der Zusammenarbeit zu sichern und die Kooperation sorgsam (z. B. feierlich) zu beenden.
Das einfache und eingängige Lebenszyklusmodell von Tuckman wurde und wird kritisiert, weil es einerseits in einigen Teamkonstellationen nicht empirisch nachweisbar bzw. anwendbar ist, und andererseits eine Linearität der Phasen suggeriert, die nicht immer so gegeben ist. Eine jüngere Studie von Bonebright zum Modell kommt dennoch zum Schluss, dass das Modell nach wie vor einen hohen heuristischen Nutzen für die Praxis der Teamarbeit aufweist.

Weiterführende Literatur

Bonebright, D.A. (2010). 40 years of storming: a historical review of Tuckman’s model of small group development. Human Resource Development International, 13(1), 111-120.
Eppler, M.J. & Mengis, J. (2012). Management Atlas. Hanser.
Tuckman, B. (1965). Developmental sequence in small groups. American Psychological Association. Psychological Bulletin, 63(6), S. 384–399.

Ein kurzes Erklärungsvideo zu diesem Einblickbild finden Sie unter:
http://www.youtube.com/watch?v=x-dsj-WsRw8


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