Einblick Ausgabe 2/2019

„Dem wird befohlen, der sich nicht selber gehorchen kann“
Friedrich Nietzsche

Selbstorganisation

Selbstgesteuerte Teams sind in aller Munde und werden als eine agile Antwort auf die Herausforderungen der VUCA-Welt gesehen. Vielerorts wird nun jedoch realisiert, dass kollegial geführte Teams nicht unbedingt Selbstläufer sind, sondern gewisse kulturelle, organisationale, technische und persönliche Voraussetzungen erfordern. Ein Team kann sich nur dann selbst ohne starre Führung organisieren, wenn mindestens die folgenden Faktoren vorhanden sind:

  1. Ein starker, von allen wahrgenommener gemeinsamer Sinn und Zweck.
  2. Gegenseitiges Vertrauen; inklusive eines generellen Wohlwollens und Respekts füreinander.
  3. Die Fähigkeit aller Beteiligten, sich selbst produktiv führen und organisieren zu können.
  4. Sich gegenseitig ergänzende, komplementäre Fähigkeiten im Team, die das geforderte Aufgabenprofil wirklich abdecken können.
  5. Unter den Teammitgliedern abgestimmte Freiräume in der Aufgabengestaltung (d. h. eine hohe individuelle Autonomie).
  6. Klar definierte, für alle sichtbare, individuelle Verantwortlichkeiten für Aufgaben und Ziele.
  7. Eine disziplinierte, fokussierte, konstruktive und stetige Koordination mit anderen, sowohl im Team selbst, als auch mit anderen Teams und höheren Ebenen.

Darüberhinausgehend muss für eine erfolgreiche Selbstorganisation im Team das betriebliche Umfeld stimmen – die höhergelegenen Ebenen müssen diese aktiv unterstützen.

Typische betriebliche Stolpersteine für eine gut laufende Selbstorganisation sind denn auch stark hierarchieorientierte Regeln und Strukturen (inkl. entsprechender Jobpro­file, Berichts- und Kommu­nikationsformate, Karrieremodelle oder Incentivierungsformen).

Top