Einblick Ausgabe 3/2013

„Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, miteinander Pläne zu machen.“

Konfuzius

Coaching Kontraste

Um zu verstehen, was die Rolle eines Coachs ausmacht, ist es sinnvoll, sie von anderen zu unterscheiden, insbesondere von klassischer Unternehmensberatung und von psychosozialen Ansätzen. In diesem Einblick kontrastieren wir Coaching im Managementkontext mit dem Consultingansatz sowie dem Counseling. Dabei wird ersichtlich, dass alle drei Ansätze auf einem Vertrauensverhältnis basieren. Dieses bildet die Grundlage dafür, dass Berater, Coaches oder Counselers eine echte Hilfe auf Basis ihres Know-hows leisten können. Worin diese Hilfeleistung jedoch besteht, ist in den drei Rollenverständnissen unterschiedlich:
Der Berater liefert – meist im Team – Fachwissen, sorgfältige Problemdiagnosen und konkrete Handlungsanweisungen. Die Beratungsleistung kann dabei auch kurzfristig und einmalig erfolgen. Er arbeitet aufgaben- sowie methoden- bzw. zielorientiert.
Beim Coach (und beim Counseling) steht der Mensch im Mittelpunkt: Coachs helfen ihren Coachees im Vorfeld präzisierte Coachingziele zu erreichen und liefern dabei (kontinuierlichen) Reflexionssupport. Dabei unterstützen sie ihre Kunden (die auch Teams sein können), ihre Potenziale in der jeweiligen Rolle voll zu entfalten, ein neues Kompetenzspektrum zu erwerben und Handlungsoptionen auszuloten. Sie fördern die Versprachlichung von Problemen, den Abbau psychologischer Blockaden und das Sichtbarmachen blinder Flecken.
Counselers versuchen Klienten oft in akuten Entscheidungs- oder Problemsituationen zu helfen (z.B. im Hinblick auf ihre Karriereentwicklung). In der Teamsupervision versuchen sie, die impliziten Regeln oder Konflikte einer Gruppe für alle sichtbar zu machen. Dazu verwenden sie, im Kontrast zu Coachs, psychosoziale Methoden wie etwa Reissprofile oder Methoden der humanistischen Schule (nach Rogers oder Frankl u.a.).
Natürlich lassen sich diese Ansätze und ihre Varianten in der Praxis auch kombiniert einsetzen. Alle drei beruhen jedoch auf unterschiedlichen Rollenverständnissen, Qualifikationen und (auch zeitlichen) Interaktionsmustern. Daher gilt es je nach Situation abzuklären, was der adäquate Ansatz sein könnte. Trotzdem: Entscheidender als der Ansatz ist die helfende Person selbst und ob wir in ihr einen stimmigen Partner sehen.


OrganisationsEntwicklung Ausgabe 3/2013 - Was wirklich zählt

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