Einblick Ausgabe 3/2014

„Das ganze Leben ist ein Experiment. Je mehr Experimente du machst umso besser.“

Ralph Waldo Emerson

Grundriss für ein Experiment

Wie geht man vor, um ein Experiment zu gestalten? Für die meisten Typen von (empirischen) Experimenten gibt es mindestens sechs Schritte, die Sie berücksichtigen sollten:
In einem ersten Schritt sollten Sie die Thematik bzw. die zu überprüfende Fragestellung klären und ob diese überhaupt mit einem Experiment beantwortet werden kann (ist das Verhalten messbar und kann es zu vernünftigen Kosten untersucht werden?).
Darauf folgt die Formulierung plausibler Hypothesen über einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang, z. B.: „Es klicken mehr Mitarbeiter auf unseren Intranet-Newsletterlink, wenn wir ein Foto in den E-Mail Versand integrieren.“
Der dritte Schritt besteht dann aus der Definition eines passenden Experimentdesigns. In der Regel besteht dieses aus einer Kontrollgruppe (im Beispiel also Mitarbeitende, die kein Foto in der E-Mail erhalten) und einer Experimentalgruppe (Mitarbeitende, die eine Foto in ihrer Nachricht erhalten). Achten Sie dabei darauf, dass zwischen den beiden Situationen wirklich nur ein Unterschied (z. B. mit/ohne Foto) besteht, sonst ist die Interpretation der Resultate schwierig.
Jedes Experiment sollte im kleinen Rahmen vorgetestet werden, um sicherzustellen, dass man verstanden wird und alles wie geplant funktioniert.
Der nächste Schritt ist die Durchführung des Experiments, idealerweise unter gleichbleibenden Rahmenbedingungen und mit Zufallszuteilungen der Teilnehmenden zu den Gruppen. Dabei kann es unter Umständen sinnvoll sein, nach ersten soliden Ergebnissen Variationen des Experimentes durchzuführen, um Teilaspekte besser zu verstehen. Achten Sie darauf, Ihre Experimentrunden möglichst gut zu protokollieren, besonders bezüglich Rahmenbedingungen, dies hilft bei der späteren Ergebnisinterpretation.
Zum Schluss müssen Sie – vielleicht mit Hilfe der Marktforschungsabteilung Ihrer Organisation – die Daten genau analysieren, plausibilisieren und verdichten. Dies kann mit einfachen (Mittelwert-) Vergleichen getan werden. Besser sind jedoch statistische Analyseverfahren wie Regressions- oder Varianzanalysen, um den Zusammenhang zwischen einer abhängigen und einer oder mehrerer unabhängiger Variablen zu erfassen.
Der letzte Schritt besteht natürlich aus der Kommunikation und Umsetzung der Ergebnisse. In unserem Bespiel könnte dies bedeuten, dass die Personalabteilung darin geschult wird, wie sie klickbare Fotos neben wichtigen Links in E-Mails integrieren kann.
Und denken Sie daran, was Buckminster Fuller gesagt hat: „Es gibt keine gescheiterten Experimente, nur Experimente mit überraschenden Resultaten.“


OrganisationsEntwicklung Ausgabe 3/2014 - Das Experiment

OrganisationsEntwicklung Ausgabe 3/2014

Das Experiment: Wie sich Organisationen auf Probe neu erfinden

» Bestellen Sie die „OrganisationsEntwicklung Ausgabe 3/2014 – Das Experiment“ bei uns im Handelsblatt Fachmedien Onlineshop

» Zurück zur Gesamtübersicht der Einblick-Grafiken