Einblick Ausgabe 3/2016

„The ‘message’ of any medium or technology is the change of scale or pace or pattern that it introduces into human affairs“

Marshall McLuhan

Stufen der Medienkompetenz

Medienkompetenz (im Englischen spricht man von Media Literacy) ist die Fähigkeit, sich in der heutigen Medienlandschaft sowohl als Konsument als auch – meist in geringerem Ausmaß – als Beteiligter oder Verfasser kritisch und selbstbestimmt bewegen und äußern zu können. Natürlich gibt es unterschiedliche (z. B. pädagogische, politische, technische) Konzeptionen dessen, was man heute als Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen bezeichnen kann. Doch ist den meisten Ansätzen gemeinsam, dass sie einen kritischen und ausgewogenen Medienkonsum propagieren.
Auf Basis der aktuellen Literatur zu Media Literacy können wir vier Stufen von Medienkompetenz aus vier verschiedenen Rollenperspektiven unterscheiden. Die letzten beiden Stufen haben dabei im Zuge der Verbreitung von Sozialen Medien stark an Bedeutung gewonnen.
Für die erste Stufe versuchen Sie als Einzelperson, Ihre Konzentration und Kreativität zu schützen, indem Sie Ihren Medienkonsum auf ein gesundes Maß beschränken sowie auf vielfältige Quellen und Formate achten. Auf der zweiten Stufe sind Sie als Teil einer Gemeinschaft von Lesern, Zuhörern oder Zuschauern in der Lage, Beiträge in den Medien kritisch zu beurteilen, z. B. in Bezug auf die Qualität von Quellen oder bezüglich der Interessen hinter einer Medienberichterstattung. Die dritte Stufe rückt Sie als Bürger, d. h. als Teil der Gesellschaft, in den Fokus und postuliert die Fähigkeit, sich selektiv, fair und konstruktiv in einen mediatisierten Dialog einzubringen (im Sinne einer medialen Konversationsfähigkeit). Die vierte Stufe von Medienkompetenz besteht schließlich daraus, hochwertige eigene Beiträge, z. B. in den Sozialen Medien, zu veröffentlichen und dies mediengerecht, informativ und verständlich zu tun. Fehlt diese Medienkompetenz, so verhalten Sie sich auf der ersten Stufe als nimmersatter Medienjunkie, auf der zweiten als naiver Allesglauber, auf der dritten als sogenannter Internet-Troll und auf der vierten schlicht als Spammer. Pragmatische Wege zu mehr Medienkompetenz sind z. B. Mediendiäten (d. h. der bewusste Konsumverzicht), die Auseinandersetzung mit der Funktionsweise des heutigen Journalismus sowie eine regelmäßige Schreibund Visualisierungspraxis.

Literatur:

  • Reinmann, G. & Eppler, M.J. (2007). Wissenswege. Hogrefe.

OrganisationsEntwicklung Ausgabe 4/2016 - Zusammen denken

OrganisationsEntwicklung Ausgabe 4/2016

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