Einblick Ausgabe 4/2018

„Wo ist die Weisheit, die wir im Wissen verloren haben? Wo ist das Wissen, das wir in der Information verloren haben?“
T. S. Eliot

Im See der Informationen

Täglich werden wir mit Nachrichten aus sozialen und traditionellen Medien überflutet. Wir erhalten Informationen von Behörden, Firmen und von (vermeintlichen) Spezialisten. Dazu kommen Daten, die uns von Softwareprogrammen, Apps und Bots zugespielt werden.

Wie filtern wir dabei das für uns Relevante und Richtige heraus und wie vermeiden wir, dass unser Aufmerksamkeitsdamm bricht oder dass wir die falschen Relevanzfilter setzen?

Idealweise achten wir bei erhaltenen Informationen auf deren Quellen bzw. ob diese zuverlässig, neutral und qualitativ hochwertig sind. Wir kontrollieren anhand einiger Indizien, ob die Inhalte plausibel und vorgeprüft sind und ob Fakten und Meinungen klar unterschieden oder eher vermengt werden. Wenn wir unter Informationsstress stehen, kann es allerdings sein, dass unsere Filter zu Fehlerquellen werden und wir beispielsweise nur noch Informationen beachten, die unsere eigene Meinung bestätigen und bestehende Vorurteile festigen. Wir achten auf besonders laute, einfache, unterhaltende, merkwürdige oder schlicht neue Informationen, anstatt auf die wirklich wichtigen und richtigen Inhalte.

Ob wir nun die qualitätsorientierten Relevanzfilter aktivieren oder doch eher die rissigen, reduktionistischen ist stark abhängig von persönlichen und sozialen Faktoren. Persönliche Faktoren, die unsere Relevanzfilter beeinflussen, sind etwa unser Stressempfinden, unsere Informationskompetenz und Routinen, unsere Erfahrungen und Sensibilitäten, aber auch unsere sogenannte Filterbubble – das bedeutet, dass uns Digitaltechnologie oft nur jene Informationen liefert, die unserem Suchprofil entsprechen. Soziale Faktoren, die unsere Informationsselektion beeinflussen sind beispielsweise gegenwärtige gesellschaftliche Trends und Tendenzen, derzeitig dominante Werte, prominente Meinungsführer oder auch technologisch angesagte Kanäle und Hilfsmittel. Sind wir uns dieser Faktoren und Filter bewusst, so können wir besser steuern, welche Informationen wir für unsere Urteilsbildung berücksichtigen möchten.

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